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27. Reise in die Welt der Kogui-Indianer

Da der Nationalpark Tayrona den ganzen Februar über geschlossen wird, wichen wir auf die Alternative aus, ein Dorf der Kogui-Indianer zu besuchen. Wir liessen uns mit dem Töfftaxi abholen, um zum Treffpunkt mit unserem Guide Ignacio zu kommen. Ignacio ist selbst Bewohner dieses Dorfes und führte uns zwei Stunden lang steil hinauf, bis wir durchgeschwitzt in Uldezhaxa ankamen und direkt auf die Kinder trafen, die in diesem Moment mit der Schule fertig waren. Wir durften einen Blick ins sehr dürftig eingerichtete Schulzimmer werfen. Hier lernen die Schüler neben Spanisch auch ihre eigene Sprache Kogui, von der wir kein Wort verstehen. Die Kinder wirkten etwas schüchtern und musterten uns skeptisch. Sie freuten sich aber sehr, als Ignacio ein paar Bonbons unter Ihnen verteilte.

Der Einblick in die Welt und Lebensweise der Kogui schien uns irgendwie unreal, da sie sich komplett von unserer Art zu leben unterscheidet. Die Bewohner des Dorfes legen sehr viel Wert darauf, ihre Kultur zu bewahren, und leben deshalb immer noch sehr ursprünglich. Jedoch konnten wir trotzdem einige Einflüsse aus der «modernen» Welt erkennen. So hatten die meisten ein Smartphone und die jungen Männer haben die Erlaubnis, das Dorf zu verlassen, um studieren zu gehen. Aber abgesehen davon pflegen die Kogui ihre Traditionen und die Aufgaben und Rollen von Männern, Frauen und Kindern sind streng vorgegeben.

Wir verbrachten den Nachmittag gemütlich im Dorf und gingen früh schlafen, während Ignacio und alle anderen Männer und Frauen des Dorfes sich zur alle zwei Wochen stattfindenden Dorfversammlung trafen. Unser Schlafplatz befand sich in einer Hütte aus Holzstöcken und war mit einer Feuerstelle in der Mitte und ein paar Hängematten ausgestattet. Da die Kogui-Indianer alle in Hängematten oder auf dem Boden schlafen, kamen auch wir in den Genuss, diese Erfahrung zu machen. Es war nicht die erholsamste Nacht auf der Reise, aber ein Erlebnis!

Am Morgen darauf gingen wir mit Ignacio und seinem zehnjährigen Sohn Ruben los, um über rutschige und steile Pfade einen Hügel zu erklimmen. Zuoberst erwartete uns ein Aussichtspunkt, von dem man gleichzeitig zum Meer und auf die über 5700 Meter hohe Sierra Nevada de Santa Marta blickt. Leider erwischten wir einen nebligen Morgen und die Sierra Nevada entpuppte sich als «Sierra Nublada». Wir warteten eine Weile und währenddessen hörte ich Ignacio interessiert zu, als er von den Traditionen und Ritualen der Kogui erzählte. Jan und Ruben hatten viel Spass und blödelten herum, besonders das Herumexperimentieren mit unserer Kamera faszinierte den kleinen Jungen. Die Sonne kam leider nicht und bevor wir die Kälte dort oben nicht mehr aushalten konnten, machten wir uns auf den Rückweg. Wieder im Dorf angekommen, stärkten wir uns zum Abschluss der Wanderung mit frischem Zuckerrohr und Mittagessen. Wir verliessen das Dorf mit Ignacio und hatten noch zwei Stunden Weg vor uns, um zurück zur Strasse zu gelangen, wo die Töfftaxis warteten. Ein Zwischenstopp für eine Abkühlung im Fluss lag aber noch drin. Unsere Dankbarkeit für den guten Service von Ignacio drückten wir nicht wie gewöhnlich mit Trinkgeld aus, sondern kauften ihm ein grosses Stück Käse, das er seiner Familie mitbringen konnte.

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